Unsere Grappa Invecchiata stammt ebenfalls aus Greve in Chianti. Ihre leichte
Bernsteinfarbe hat sie - wie der Name 'invecchiata' (gealtert) besagt -
von einer 1jährigen Reifung in Eichen-holzfässern bekommen. Die Grappa
Invecchiata ist weich, mit einer reifen Milde und hat durch den höheren
Alkoholgehalt einen vollen Geschmack.
Grappa (in Italien 'die' Grappa) ist die exklusive Bezeichnung für
Tresterbrand. Ihr Image als 'Abfallprodukt' hat sie längst abgelegt und ist in
den letzten Jahren vor allem als rebsortenreine Grappa zu einer sehr populären
und beliebten Spirituose geworden. Hunderte von kleinen Brennereien widmen sich
in Italien der Produktion der Grappa aus dem guten alten Grund, möglichst wenig
verderben zu lassen. Trotz oder gerade wegen der strengen staatlichen Aufsicht
besagt ein italienisches 'Bonmot', daß zur Destillation einer Grappa immer zwei
Helfer gebraucht werden: einer der brennt und der zweite, der Wache steht.
Herstellungsweise:
Die Qualität der Grappa hängt von der sachgemäßen Konservierung des Tresters
ab. Der Trester besteht nach dem Abpressen des Mostes aus Stielen, Schalen und
Kernen, die jeweils ihre Essenzen zum Gelingen der Grappa beitragen. Zur
Herstellung von 10 Litern Grappa werden etwa 100 kg guter Trester benötigt. Der
Trester wird mit lauwarmem Wasser übergossen und nach Abschluß der Fermentation
destilliert. Gelagert wird die Grappa zur Bewahrung ihrer Frische und
Fruchtigkeit in Korbflaschen oder zur Alterung mindestens ein Jahr in Eichen-
oder Eschenfässern. Der Mindestalkoholgehalt liegt per Gesetz bei 38% vol., aber
Gradationen bis zu 50% vol. sind durchaus gängig.
Charakteristik:
Die verschiedenen Grappatypen bewahren die Charakteristika der Rebsorten, aus
denen sie hergestellt werden. Die rebsortenreinen Grappe haben nicht nur deshalb
den Sprung auf die Digestifwagen der internationalen Spitzengastronomie
geschafft. Vom Bauernschnaps hat sich die Grappa so zu einer delikaten
Edelspirituose entwickelt. Die Bandbreite der Geschmacks-noten reicht dabei von
einer frischen und fruchtigen jungen Grappa bis zu der milden, ausge-wogenen
Reife einer in Fässern gealterten Grappa (meist in gebrauchten Eichenfässern, in
denen zuvor der Wein aus denselben Trauben vergoren oder gelagert wurde).
Übrigens gilt die Grappa heute noch als Grundlage vieler 'medizinischer'
Anwendungen. Neben zahlreichen Rezepten auf Kräuterbasis heißt es zum Beispiel,
daß eine Grappe, in die sechs Wochen lang die grünen Schalen frischer Walnüsse
eingelegt waren, das beste Mittel gegen Magenschmerzen sei.
Allein der Aromen
wegen wird der Kenner seine Grappa aber am liebsten pur und bei Zimmertemperatur
genießen.